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„Ein ehrenamtliches Lebenswerk“ für das Fränkische Museum

Feuchtwangen. Um eine umfangreiche Sammlung regionaler archäologischer Schätze ist das Fränkische Museum in Feuchtwangen reicher. Mehr als 1.000 Fundstücke aus der Steinzeit und dem Mittelalter hat Hans-Dieter Deinhardt als Kreisheimatpfleger ehrenamtlich zusammengetragen und nun dem Fränkischen Museum als Schenkung vermacht. Das älteste Fundstück, eine Silexspitze aus der Altsteinzeit, ist über 10.000 Jahre alt, wie Deinhardt sichtlich stolz erklärte. Über 6.000 Jahre alt ist die Sammlung mittelsteinzeitlicher Mikrolithen. Die Steinklingen und -spitzen dienten als Einsätze für Harpunen und Pfeilspitzen. Deinhardts jungsteinzeitlichen Funde wie fein behauene Silexdolche, Pfeilspitzen und Messer machen die starke technologische Fortentwicklung in der Region sichtbar. Mittelalterliche Keramikscherben bezeugen zudem die wachsende landwirtschaftliche Erschlie-ßung und Besiedelung. Seine bemerkenswerten archäologischen Objekte und Zeugnisse auffälliger Bodenmerkmale habe der frühere Kreisheimatpfleger 43 Jahre lang im Altlandkreis Feuchtwangen, Altlandkreis Dinkelsbühl sowie im Hesselbergraum zusammen-getragen. Die Anzahl aller Fundstellen könne er spontan nicht mehr beziffern. Dafür sei die Liste zu lang. Seine größten und erfolgreichsten Fundorte seien unter anderem aber in Banzenweiler, Krapfenau und Unterhintenhof gewesen, wie sich Deinhardt erinnerte. Darüber hinaus sei er nach eigener Aussage mit seiner Luftbild-Archäologie maßgeblich an den Entdeckungen in Ruffenhofen beteiligt gewesen.
Die von ihm gesammelten Fundstücke hat der ehrenamtliche Kreisheimatpfleger systematisch dokumentiert und gleichzeitig dem Landesamt für Denkmalpflege übersendet. Das Landesamt hat nach Schilderung von Deinhardt viele Artefakte registriert, gezeichnet und anschließend mit einer Beschreibung zurückgeschickt. Sämtliche Erklärungen und Dokumentationen seiner archäologischen Schätze einschließlich deren Fundstellen hat der 79-Jährige akkurat in einer Vielzahl an Ordnern gebündelt und im Zuge der Schenkung ebenfalls in den Besitz des Feuchtwanger Museums übergeben.
Über das „ehrenamtliche Lebenswerk“ von Hans-Dieter Deinhardt, der neben seiner Tätigkeit als Kreisheimatpfleger über zehn Jahre Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen war, zeigten sich Museumsleiterin Dr. Uta Karrer, der Vorsitzende des Vereins für Volkskunst und Volkskunde Feuchtwangen, Bürgermeister Patrick Ruh, sowie dessen Vereinsstellvertreter Herbert Lindörfer sichtlich beeindruckt. Als große Bereicherung für die Allgemeinheit und das Fränkische Museum bezeichnete Dr. Karrer die umfangreiche Sammlung Deinhardts. Es sei keine Selbstverständlichkeit, seine Sammlung an ein Museum zu übergeben, würdigte Lindörfer. „Leider gehen deshalb oft sehr wichtige historische Dokumente verloren.“ Wie Patrick Ruh erläuterte, belegen die zahlreichen Funde Deinhardts, dass die Geschichte Feuchtwangens weit vor die Ersterwähnung vor 1.202 Jahren zurückreicht. Im Namen der Stadt und des Volkskunstvereins dankte Ruh für die Schenkung, die im Museum in Zukunft für jeden Interessierten zugänglich sein wird. „Wir planen schon länger, in unserer Ausstellung künftig größeren Wert auf die Stadtgeschichte zu legen“, schilderte Dr. Karrer hierzu. Mit dem Lebenswerk Deinhardts habe das Feuchtwanger Museum laut dessen Leiterin dafür nun einen sehr guten Grundstock an aussagekräftigen Exponaten.

Fotountertext: Hans-Dieter Deinhardt (sitzend) hat seine umfangreiche Sammlung regionaler archäologischer Schätze dem Fränkischen Museum vermacht. Mit großer Dankbarkeit und Freude nahmen der Vorsitzende des Volkskunstvereins, Bürgermeister Patrick Ruh, Museumsleiterin Dr. Uta Karrer und der stellvertretende Vereinsvorsitzende Herbert Lindörfer (v.r.n.l.) die Schenkung entgegen.

Foto: Rebecca Weber

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