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Rothenburger Geburtshilfe-Team trainiert Notfallsituationen während und nach der Geburt

Rothenburg. Ein spezielles Training für Ärzte, Pflegekräfte und Hebammen fand jetzt in der ANregiomed Klinik Rothenburg statt. Das „fipS“-Team der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg simulierte in einer interprofessionellen Fortbildungsveranstaltung Notfallsituationen bei Neugeborenen. Der Krankenhaus-Förderverein Mediroth hat die Veranstaltung mit 3.000 Euro finanziell unterstützt.
„fipS steht als Akronym für fallbasiertes interprofessionelles pädiatrisches Simulationstraining“, erklärt Dr. Pia Paul. Als Oberärztin der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg liegt ihr Schwerpunkt im Bereich der „Neonatologie“, also der Versorgung von Neugeborenen. Ein Team aus erfahrenen Kinderärzten sowie Kinderkrankenpflege-Fachkräften bietet das Training für Ärzte, Hebammen und Pflegende an – seit einiger Zeit auch außerhalb der eigenen Klinik.
„Wir simulieren Notfallsituationen, die im Team gemeinsam bewältigt werden. So werden Abläufe optimiert, die Zusammenarbeit und Kommunikation verbessert“, beschreibt die Pädiaterin den Ablauf. Darüber hinaus gibt es Trainingseinheiten für technische Prozeduren wie das Legen von Gefäßzugängen oder die Sicherung des Atemwegs beim Neugeborenen. Dies soll auch weniger erfahrenen Ärzten, Hebammen und Pflegenden die Sicherheit geben, in kritischen Situationen richtig zu handeln.
„Die ersten Lebensminuten eines Kindes sollen sicher begleitet werden“, so Dr. Paul. Dabei benötigt nur etwa jedes 50. Neugeborene auch die Unterstützung eines spezialisierten Kinderarztes. „Wir brauchen die Geburtskliniken in der Region. Die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen vor Ort sind zwar keine Kinderärzte, jedoch fast immer in der Lage, schwierige Situationen selbstständig zu meistern. Um ihnen zusätzliche Sicherheit zu geben, unterstützen wir mit unserem Kursangebot insbesondere Partner-Kliniken, die über keine eigene Kinderabteilung verfügen.“
Kommt es während oder nach einer Geburt tatsächlich zu Komplikationen, die für das Neugeborene gefährlich werden können, alarmiert das Geburtshilfeteam sofort die Würzburger Spezialisten, die umgehend einen erfahrenen Baby-Notarzt schicken. Von Würzburg aus braucht dieser aber auch mit Polizeibegleitung mindestens 40 Minuten, die vor Ort überbrückt werden müssen. „Neben der fachlichen Kompetenz ist es auch wichtig, dass alle Beteiligten regelmäßig und vor allem miteinander trainieren“, betont Amelie Becher. „Deswegen werden wir ab sofort das Training zwei Mal pro Jahr durchführen. Ziel ist es, dass sich die Würzburger und Rothenburger Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und zusammen trainieren, damit in einer Notfallsituation die Abläufe reibungslos funktionieren“, so die kaufmännische Direktorin der Klinik Rothenburg.
„Mediroth hat die Durchführung dieser Veranstaltung sehr gerne finanziell gefördert“, sagt Hans-Peter Nitt. „Die Geburtshilfe an der Klinik Rothenburg wird hervorragend angenommen. Unser Förderverein unterstützt die Klinikleitung mit aller Kraft in ihrem Bestreben, diese wichtige Abteilung langfristig zu erhalten.“

Titelfoto: Konstantin Bairov, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, kaufmännische Direktorin Amelie Becher und Mediroth-Vorsitzender Hans-Peter Nitt mit dem „fipS-Team“ der Universitäts-Kinderklinik Würzburg: Dr. Katharina Ruf, Ursula Gerhard, Dr. Pia Paul und Janina Bieber (v. l. n. r.). Foto: ANregiomed / Tyler Larkin

 

Wenn bei sehr selten auftretenden Komplikationen die Reanimation eines Neugeborenen notwendig wird, muss jeder Handgriff sitzen. Foto: ANregiomed / Tyler Larkin

 

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