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Grundstein wurde gelegt: Neue Pflegeeinrichtung bietet Platz für 120 Senioren

Bad Windsheim (ak). Vor kurzem wurde der Grundstein für das neue Seniorenzentrum der Diakonie Neuendettelsau gelegt. In der Erkenbrechtallee direkt neben der Therme und gegenüber der Klinik entsteht nun eine hochmoderne Senioren-Pflegeeinrichtung, welche Platz für 120 Bewohner bietet. Insgesamt wird das Bauprojekt voraussichtlich etwa 18 Millionen Euro kosten. Mit dem Neubau wird der Diakonie Standort Marienheim in Obernzenn in absehbarerer Zeit nach Bad Windsheim verlagert.

Von Links: Die traditionellen Hammerschläge durchgeführt von Erika Weiß (Heimbeirat Marienheim Obernzenn), Bernhard Kisch (1. Bürgermeister Stadt Bad Windsheim), Dr. Johannes Högner (Planungsbüro Högner), Frank Lottes (Einrichtungsleiter) und Dr. Mathias Hartmann (Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau). Fotos: Amos Krilles

Jürgen Zenker (Vorstand Dienste für Menschen) begrüßt die Gäste.

Im feierlichen Rahmen fand die Grundsteinlegung am 12. Oktober statt. Dazu begrüßte Jürgen Zenker (Vorstand Dienste für Menschen) zahlreiche Ehrengäste. Darunter waren unter anderem einige Vertreter aus der Politik sowie der am Bau beteiligten Firmen zu finden. Den eigentlichen Akt der Grundsteinlegung nahm im Anschluss Rektor Dr. Mathias Hartman, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau, vor. Etwa dreijährige Planungen gingen der Grundsteinlegung für die Pflegeeinrichtung „Haus an der Rangau Wiesen“ voraus. So galt es allererst einmal zu klären, ob eine Sanierung des Marienheims Obernzenn sowohl unter betriebswirtschaftlichen Aspekten, als auch unter strategischen Gesichtspunkten, eine realisierbare Option darstelle, erläutert Zenker den Hintergrund zum Neubauprojekt. Er betont, dass es sich die Entscheidungsgremien beim Beschluss, den Standort zu verlagern, „nicht leicht gemacht“ hätten. Seinen besonderen Dank brachte Zenker gegenüber dem Bad Windsheimer Rathauschef Bernhard Kisch zum Ausdruck, da die Verhandlungen mit der Stadt in einem nennenswert partnerschaftlichen und konstruktiven Klima erfolgt seien. Dieser gelte gleichermaßen dem Landratsamt.

Die Stadtkapelle Bad Windsheim sorgt für musikalische Einlagen.

„Wir wollen Sorge tragen“

Hartman zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden über die Grundsteinlegung des Ersatzneubaus: „Es entsteht nun ein modernes Seniorenzentrum in wunderschöner Lage.“ An dieser Stelle verwies er auf den im Grundstein eingravierten Bibelvers aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Vers 7. „Alle Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ So sei diese Schriftstelle sehr passend, schließlich gehe es auch bei dem Neubau, darum „Sorge zu tragen“. „Mit dem Bau des Seniorenzentrums tragen wir Sorge dafür, dass wir pflegebedürftige Menschen auch in Zukunft adäquat versorgen können“, erklärt er. Das Marienheim in Obernzenn habe bereits seit vielen Jahren als Heimstätte für ältere Menschen mit Hilfs- und Pflegebedarf gedient. Dies mache sich inzwischen sehr deutlich an der baulichen Struktur und Architektur bemerkbar. Aufgrund gesetzlicher Auflagen in baulicher sowie pflegerischer Hinsicht, habe man keine Möglichkeit gesehen, die Räumlichkeiten in Obernzenn weiter zu bewirtschaften, so Hartmann. Nach Ermittlung des Einzugsgebiets sowie Durchführung einer Marktanalyse, habe man sich dann letztendlich für einen Neubau in der Kurstadt entschieden.

Rektor Dr. Mathias Hartman, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau.

Als ebenfalls ausschlaggebenden Grund, nennt er die „schöne Lage dieses Grundstücks.“ Doch trotz des zukünftigen Standortwechsels, sei das Engagement in der Gemeinde Obernzenn weiterhin groß.

Geräumig, modern und sonnig

Die barrierefreie Pflegeeinrichtung verfügt in erster Linie über Einzelzimmer, auch für Rollstuhlfahrer. Außerdem gibt es neun Doppelzimmer. Das Gebäude öffnet sich großzügig nach Südwesten in Richtung Therme und besteht aus zwei Flügelbauten, welche durch ein zentrales Gelenk verbunden sind. Die Hauptzufahrt liegt im Süden, der Lieferverkehr allerdings wird über eine nördliche Zufahrt organisiert. Im Erdgeschoss befinden sich die Kapelle, Verwaltungs- und Funktionsräume, Küchen, Umkleiden sowie Aufenthalts- und Technikräume. Ebenso haben hier ein Friseur und eine Praxis für Physiotherapie Platz. Die drei Obergeschosse sind baugleich und bieten Raum für jeweils insgesamt 40 Bewohner in 34 Einzel- und drei Doppelzimmern. Pro Geschoss entsteht eine Wohngruppe mit eigenem Pflegebad, Aufenthaltsbereich, Küche, Dienstzimmern und Funktionsräumen. Jeder Aufenthaltsbereich hat einen 80 Quadratmeter großen Südbalkon. Die Zimmer sind so angeordnet, dass sie sich nicht gegenseitig verschatten und einen offenen Blick nach Westen und Osten ermöglichen. Offizieller Baubeginn des vier-stöckigen Bauwerkes war bereits am 16. April mit der Erschließung des Grundstücks. Aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse musste das Gebäude mit Bohrpfählen gegründet werden.

Zahlreiche Gäste kamen im Festzelt bei bestem Herbstwetter zusammen.

Zahlen und Fakten

Der Aspekt Barrierefreiheit spielt bei der Konzeption des Neubaus eine wichtige Rolle, so werden insgesamt 87 Barrierefreie Wohnplätze eingerichtet, die 33 weiteren hingegen sind für rüstige Bewohner – sogenannte R-Plätze – geplant. Im Gesamten hat man eine Geschossfläche von 8.300 Quadratmetern auf einer Grundfläche von 2.190 Quadratmetern. Das Baugrundstück als solches umfasst 7.871 Quadratmeter, die darauf entstehende Kubatur hat ein Volumen von 30.604 Kubikmetern.

Gute Synergie-Effekte

Manuela Füller verliest die Urkunde zur Grundsteinlegung.

„Wir sind eine Gesellschaft, die immer älter wird und jeder, der hier sitzt gehört dazu“, zeigt Bürgermeister Kisch in seinem Grußwort auf. Allgemein würde man in der heutigen Gesellschaft vergleichsweise „immer mehr“ ältere Menschen vorfinden. Diese Entwicklung führe zu Herausforderungen, welchen man bereits jetzt begegnet. Aber besonders in Zukunft werde man damit noch stärker konfrontiert werden, so Kisch und macht deutlich: „Wir werden Antworten finden müssen!“ Eine Lösung für die zunehmende Alterung der Gesellschaft bestehe definitiv darin, das Angebot an Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen weiter auszubauen.

Einrichtungsleiter Frank Lottes „versenkt“ die Zeitkapsel. Diese wurde zuvor neben der Urkunde unter anderem mit einer aktuellen Ausgabe der Bad Windsheimer Zeitung, sowie einigen Euro-Münzen befüllt.

„Als Gesundheits-Stadt hier im Landkreis, sind wir daran natürlich besonders interessiert“, betont er. Nicht zuletzt in Hinblick auf die Kliniken, welche bereits im nahen Umfeld existieren, habe die Diakonie eine „hervorragende Partnerschaft“ gewählt. Aktuell werde das Thema Altersmedizin auch in den Kreiskliniken ausgebaut. Insgesamt ist Kisch überzeugt, dass sich mit dem Neubau „Haus an der Rangau Wiesen“ gute Synergie-Effekte sowohl für die Stadt als auch alle ansässigen Pflegeeinrichtungen ergäben. Abschließend bedankte er sich unter anderem bei dem ehemaligen Grundstückseigentümer für die Bereitschaft, das Gelände an die Stadt zu verkaufen. „Die heutige Grundsteinlegung ist nicht selbstverständlich.“

Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Stadtkapelle Bad Windsheim umrahmt. Abschließend waren alle Gäste noch zum Mittagessen im Festzelt eingeladen.

Die Bauaktivitäten sind bereits in vollem Gange.

 

Text: Amos Krilles

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