Nachspiel zum Fasching findet immer mehr Publikum in der Schlossstadt

Schillingsfürst (hm). Das „Derblecken am Schlossberg“ wird immer mehr zu einem Publikumsrenner: Schon drei Tage in Folge schafften es die Verantwortlichen bei der vierten Auflage des Nockherberg-Ablegers, die örtliche Albert-Zietz-Halle zu füllen. Mit dabei natürlich viel Polit-Prominenz, die sich im vierstündigen Programm so manchen Seitenhieb gefallen lassen musste.

Der örtliche CSU-Ortsverband und der TSV 1862 Schillingsfürst mit dem Triumvirat Matthias Bär, Markus Löschel und Gerald Bär an der Spitze hatten ein umfang- und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Durch den Abend führte Moderator Mathias Neigenfind und für die musikalischen Zwischenspiele sorgte Martin Rohn mit seinen fundierten und pointierten G´stanzln, aber auch mit der Gitarre. Oft waren seine Beiträge humorvoll und mit einem Augenzwinkern auf die einzelnen Polit-Gäste zugeschnitten. Zwei Hauptthemen standen jedoch im Mittelpunkt des jetzigen Starkbierfestes. Da war zum einen der örtliche Kabarettist Christoph Maul als Fastenprediger in der Person von Fürst Philipp-Ernst zu Hohenlohe-Schillingsfürst und zum anderen eine Theatergruppe, die den örtlichen Stadtrat im Ringen um eine bestmögliche Ausrichtung eines Mittelaltermarktes, wie er 2018 erstmals in der Schlossstadt durchgeführt worden war, zum Inhalt hatte. Abgerundet wurde das Ganze durch ein lustiges Sing- und Theaterspiel zu einem „Deutschkurs in Franken“ sowie mit einem wortgewaltigen Auftritt der diesjährigen Ansbacher Poetry-Slam-Siegerin Matilda Hulsman.

Bonnemeier und Trzybinski als Zielscheiben

Ein kabarettistischer Genuss war der Auftritt von Christoph Maul, der in fürstlicher Montur zahlreichen Mandatsträgern den Spiegel vorhielt. Dabei bekamen die hiesigen Kommunalpolitiker ebenso ihr Fett weg, wie die Handelnden auf nationaler und internationaler Ebene. Ein dickes Fell mussten dabei der örtliche Bürgermeister Michael Trzybinski sowie dessen Amtskollegin Sandra Bonnemeier aus Leutershausen an den Tag legen, waren beide doch die Hauptprotagonisten des satirischen „Derbleckens“. Im Theaterspiel um den nächsten Mittelaltermarkt wurde der Rathauschef der Schlossstadt zum Landvogt „erhoben“, der sich vorsorglich einer noch besseren Strahlkraft dieser Veranstaltung so manche Überraschung für seinen Stadtrat ausgedacht hatte. Nicht immer stießen dabei seine seltsamen und überzogenen Forderungen auf Gegenliebe bei den beteiligten Mandatsträgern einschließlich Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Dekan (Kardinal) Hans-Peter Kunert. Heraus kam eine chaotische Sitzung, die so manches Mal aus dem Ruder lief, will doch nicht jeder Schillingsfürst als „Event-Stadt“ erleben. Immer wieder wurde dabei auf die prosperierenden Kommunen nach Wörnitz und Dombühl geschielt. Aber dass es noch schlechter laufen kann als in der Schlossstadt, wurde wiederholt am „Beispiel Leutershausen“ humorvoll festgemacht. Weil auf einen Eintritt verzichtet worden war, wurde reichlich zu Gunsten von karitativen Einrichtungen sowie der Jugendarbeit von örtlichen Vereinen gespendet. Es hat wieder einmal Spaß gemacht am Schillingsfürster Schlossberg.

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