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Breitbanderschließung im Landkreis geht voran

Ausbau der „weißen Flecken“ und Anbindung der Gewerbegebiete beginnt

Die Basisversorgung beim Breitbandausbau im Landkreis (Stufe eins) und die Anbindung aller Schulen mit Glasfaser (Stufe zwei) sind abgeschlossen. Das schnelle Internet hat in der Corona-Pandemie bereits wertvolle Dienste geleistet. Nun starten Ende Februar die nächsten Stufen. Dabei werden die „weißen Flecken“ (Stufe drei) und die Gewerbegebiete (Stufe vier) angeschlossen. Über die Vorgehensweise wurde jetzt in einer Videokonferenz mit den Städten und Gemeinden, den lokalen Energieversorgungsunternehmen und den Fachämtern im Landratsamt informiert.

Für die Breitbanderschließung der restlichen „weißen Flecken“ und die Anbindung der Gewerbegebiete stellen der Bund und das Land Fördergelder zur Verfügung. Die Kosten des Ausbaus sind damit zu 90 Prozent gedeckt. Die verbleibenden Kosten teilen sich der Main-Tauber-Kreis und die Städte und Gemeinden jeweils hälftig.

„Wir sind stolz, dass voraussichtlich ab Ende Februar mit den erforderlichen Bauarbeiten begonnen werden kann“, sagt Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Für den Ausbau der Stufen drei und vier ist das Unternehmen NGN Fibernetwork KG aus Aubstadt, Landkreis Rhön-Grabfeld, verantwortlich. Es hat sich in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren durchgesetzt. NGN Fibernetzwork KG hat seinen Ursprung in der Bauwirtschaft und hat sich zu einem Spezialisten für die Breitbanderschließung entwickelt. In der Videokonferenz informierte der NGN-Geschäftsführer Marco Weigand über die weitere Vorgehensweise. „Der Startschuss für die Bauarbeiten der Ausbaustufen drei und viel fällt in Wertheim und in Boxberg“, erklärt Dezernent Jochen Müssig. Der Grund für den Start in Wertheim ist, dass NGN dort an einen eigenen, bereits verlegten Glasfaserstrang entlang des Mains anschließen kann. In Boxberg wiederum nutzt das fränkische Unternehmen einen weiteren eigenen Glasfaserstrang entlang der Bundesautobahn A 81. Dort hat das Unternehmen eine ehemalige Bundeswehrinfrastruktur erworben und nutzt diese nun für die Breitbandversorgung.

Unter „weißen Flecken“ versteht man genutzte Liegenschaften im Außenbereich oder an den Ortsrändern, die noch nicht an die Breitbandinfrastruktur angeschlossen sind. Insgesamt können 314 Liegenschaften noch keinen schnellen Internetanschluss nutzen. Bei 20 Gewerbegebieten haben noch 344 Adressen keine schnelle Datenleitung.

Die Bauarbeiten verlaufen von Wertheim und Boxberg in Richtung mittleres Taubertal nach Tauberbischofsheim. Von dort geht es weiter in den südlichen Main-Tauber-Kreis bis nach Creglingen und Niederstetten. Berücksichtigt wird auch der Abschnitt von Wertheim bis nach Freudenberg am Main.

Das Ausbauprojekt läuft von Ende Februar 2021 bis voraussichtlich Mai 2024. Sobald einzelne „weiße Flecken“ und Gewerbegebiete erschlossen sind, können die höheren Bandbreiten gebucht werden. „Wir hoffen, dass es durch die Corona-Pandemie nicht zu Verzögerungen kommt“, sagt Dezernent Jochen Müssig. Damit der Ausbau planmäßig läuft, müssen die Kommunen und die Fachämter des Landratsamtes wie Bauamt, Umweltschutzamt, Forstamt, Landwirtschaftsamt, Vermessung- und Flurneuordnungsamt sowie Verkehrsamt konstruktiv zusammenarbeiten. Nach Abschluss der Ausbauarbeiten der Stufen drei und vier kann der Landkreis eine beachtliche Breitbandinfrastruktur vorweisen.

Ende Februar 2021 wird über die Vorgehensweise zum Ausbau der innerörtlichen Breitbanderschließung (Stufe fünf) in einer Bürgermeisterdienstversammlung entschieden.

 

Hintergrund

Der Main-Tauber-Kreis hat sich im Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden bei der Breitbanderschließung für das Wirtschaftlichkeitslückenmodell entschieden. Dies bedeutet, dass die öffentliche Hand die Kosten übernimmt, welche die privaten Unternehmen beim Ausbau nicht erwirtschaften können. Der Main-Tauber-Kreis ist im Vergleich zu anderen ländlichen Kreisen und Ballungszentren im Breitbandausbau bereits gut aufgestellt. Im Basiskonzept stehen den Nutzern eine Mindestbandbreite von 50 Mbit/s im geförderten Ausbaugebiet sowie mindestens 30 Mbit/s in Bereichen, in denen die Telekom den Ausbau eigenwirtschaftlich umgesetzt hat, zur Verfügung. Auf dieses Basiskonzept wird die Vectoring-Technik aufgesattelt, die Bandbreiten zwischen 100 Mbit/s und 250 Mbit/s im Download ermöglicht. Die Geschwindigkeit ist abhängig von der Entfernung zum Verteilerkasten

„Ich freue mich ganz besonders, dass in den zurückliegenden Monaten vor allem die Schulen von der Glasfasererschließung profitieren konnten“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Im Main-Tauber-Kreis sind alle 82 Schulen mit einem Glasfaseranschluss versorgt. Die Digitalisierung in den Schulen geht in großen Schritten voran. Der Bund und das Land stellen den Schulträgern finanzielle Mittel zur Verfügung, um den Digitalpakt Schule zügig umzusetzen.

Informationen zur Breitbandinfrastruktur und zum Ausbaukonzept gibt es unter www.main-tauber-kreis.de/breitbandausbau. Für weitergehende Informationen und Rückfragen steht das Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung, Amt für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de, Telefon 09341/82-5809 zur Verfügung. lra

Die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis geht weiter voran: Dezernent Jochen Müssig informiert die Vertreter der Städte und Gemeinden in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Bild: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Rico Neubert.

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