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Berufliche Schulen erhalten digitale Produktionsstraßen

Kreistag und die Wirtschaft unterstützen die Anschaffungen

 

Der Main-Tauber-Kreis kauft im Sommer digitale Produktionsstraßen für die Beruflichen Schulstandorte Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim. „Es ist mir ein Anliegen, dass unsere Beruflichen Schulen entsprechend dem Stand der Technik ausgestattet sind“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Die beiden Gewerblichen Schulen in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim sowie die gewerbliche Abteilung des Beruflichen Schulzentrums in Wertheim werden im Sommer mit digitalen Produktionsstraßen auf Lerngröße ausgestattet. In Wertheim ist eine solche verkettete Anlage bereits installiert. Es werden dort zusätzliche Lernmodule hinzugefügt.

Für die Anschaffungen an den drei Standorten fallen insgesamt rund 900.000 Euro an Investitionen an. Diese Anschaffung wird durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit 300.000 Euro und durch Förderbeiträge einiger Unternehmen im Landkreis mit einer Gesamtsumme von 87.750 Euro gefördert. Für die restliche Summe in Höhe von 513.000 Euro zeichnet der Kreistag des Main-Tauber-Kreises verantwortlich, der diese Anschaffung im Umlaufbeschluss bewilligt hat. Aufgrund der Corona-Krise musste die zur Beschlussfassung vorgesehene Kreistagssitzung am 25. März abgesagt werden.

Dank der gesicherten Finanzierung ist es nun möglich, den Schulen die verketteten Anlagen zur Verfügung zu stellen. Daran erlernen die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Produktionsschritte. Im Miniformat wird eine Produktionsstraße 4.0 mit Programmierung, Steuerung und Produktion simuliert. Ergänzend zum Unterricht an den verketteten Anlagen werden die Module aus der Anlage zusätzlich für die Ausbildung in Kleingruppen angeschafft. Die Kleingruppen agieren hierbei als Grundlagenlabore.

Hierbei legt die Gewerbliche Schule in Bad Mergentheim den Schwerpunkt des Grundlagenlabors auf Bohren und Pressen, bei der verketteten Anlage auf Elektrotechnik. Die Gewerbliche Schule in Tauberbischofsheim legt den Schwerpunkt im Grundlagenlabor auf Pneumatik und Elektropneumatik, in der verketteten Anlage auf Konstruktion und Fertigungstechnik sowie die Montage von Behältern und Gehäusen. Wertheim legt den Schwerpunkt im Grundlagenlabor auf das Modul Bohren, in der verketteten Anlage auf Robotik und Logistik.

„Um die Förderung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg zu erhalten, musste im Vorfeld ein Konzept über alle drei Beruflichen Schulstandorte hinweg entwickelt werden“, informiert Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. In dieses Konzept haben sich alle drei Schulen eingebracht, wobei Studiendirektor Andreas Amann von der Gewerblichen Schule Bad Mergentheim die Federführung übernahm.

Das Konzept sieht die Vernetzung der drei Schulstandorte im Sinne einer Gesamtproduktionsanlage vor. So wird das einzelne Werkstück in Tauberbischofsheim im ersten Arbeitsschritt durch die Fertigung des Gehäuses vorbereitet, beispielsweise für ein elektronisches Gerät oder einen Behälter für die Glasherstellung. In Bad Mergentheim werden in das vorgefertigte Gehäuse kundenspezifische Platinen eingebaut, in Wertheim wird in das gelieferte Behältnis ein kundespezifisches Glasgemenge eingefüllt. Die unterschiedlichen Arbeitsschritte einschließlich Qualitätskontrolle und Logistik werden ganzheitlich an den verketteten Anlagen simuliert. Dieses Konzept überzeugte und führte zur Förderung des Wirtschaftsministeriums.

Zum Ende der Lehreinheiten ergibt sich jeweils ein Gesamtprodukt. Der Austausch der Schulen erfolgt über die digitale Schulcloud. „Damit wird ab Sommer an allen drei Beruflichen Schulstandorten die Thematik Wirtschaft 4.0 eingezogen sein“, freut sich Landrat Reinhard Frank. Sobald die Gewerblichen Schulen die erste Lehreinheit hinter sich haben, wird auch die Vernetzung zu den Kaufmännischen Schulen sowie zur Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung hergestellt. Auch an diesen Schulen sollen Lerninhalte zur Wirtschaft 4.0 in den jeweiligen Schul- und dualen Ausbildungsgängen implementiert werden.

Die sechs Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis sind für rund 5000 Schülerinnen und Schüler Bildungsstätte auf ihrem Weg zu oder während einer dualen Ausbildung oder zum Studium. In diesen Bildungshäusern werden Lerninhalte in technischen, wirtschaftlichen sowie sozialen Bereichen vermittelt. Informationen zu den Beruflichen Schulen mit ihren Lerneinheiten gibt es unter www.main-tauber-kreis.de/schulen sowie beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Amt für Schulen und ÖPNV, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel.: 09341/82-5820, E-Mail: alexandra.schulz@main-tauber-kreis.de. lra

Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

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