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Baumpflanzung im Arboretum: Startschuss für etwas Größeres

Tauberbischofsheim. Viele Helferinnen und Helfer sind Ende November im Stadtwald-Distrikt Stammberg zusammengekommen, um den Kreisverband Main-Tauber der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) bei der Anpflanzung des neuen Arboretums (Sammlung verschiedenartiger Gehölze) zu unterstützen. Die Idee, den botanischen Garten für Bäume zu erneuern, gab es im Verein schon seit gut 10 Jahren.

Im Stadtwald-Distrikt „Stammberg“ haben Baumschulen Tradition

Das ehemals unterhalb der Stammberghütte befindliche Arboretum bestand nur noch aus wenigen verbliebenen Bäumen, unter anderem einem Küstenmammutbaum, einem Zigarrenbaum, einer Eibe, einer Hemlocktanne und einer Gelbkiefer. Als auf der angrenzenden Fläche wegen Trockenschäden und Eschensterben viele Bäume gerodet werden mussten, ergab sich der ideale Ort für eine Neuanpflanzung. Hinzu kam, dass sich die Stadt Tauberbischofsheim im Frühjahr 2021 auf ein Förderprogramm des Landes zur Errichtung von Bio-Diversitätspfaden beworben hatte und im Herbst 2021 auch die Bewilligung dazu erhielt. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung koordiniert dieses Projekt, das ab Juli 2022 den Bürgerinnen und Bürgern und Gästen die besondere Artenvielfalt am Stammberg verdeutlichen wird.

 

Die ideale Kombination: Das Arboretum ist der Anfang des Bio-Diversitätspfades

Beide Ideen wurden nun kombiniert und so ist die Neuanlage des Arboretums, ganz im Sinne der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Förderprogrammes mit heimischen Baumsorten, Ende November angegangen worden.

 

Viele Helferinnen und Helfer wollten etwas für den Wald tun

Neben den eifrigen Kindern, Eltern und Erzieher*innen des Waldkindergartens halfen Mitglieder befreundeter Vereine wie vom Tauberländer Bio-Streuobstwiesenverein und natürlich von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Auch der städtische Bauhof und die Forstarbeiter waren an der Baumlieferung mit Material und Mitarbeitern beteiligt. Dem Aufruf zu diesem Projekt waren unterschiedlichste Menschen gefolgt, vom Dreijährigen bis zum Achtzigjährigen, vom Jäger bis zum Zimmermann, alle wollten etwas für den Wald tun. „Die Bäume wurden in Gruppen zusammengepflanzt, um ein sinnvolles Begehen mit Lehrgruppen zu ermöglichen: Feuchtigkeit liebende Schluchtenwaldgesellschaften, wie Erle, Weide und Ulme, Trockenwaldgesellschaften wie Esskastanie, Hainbuche und Feldahorn, Obstgehölze wie die Sorbusarten und Nadelbäume wie Kiefer, Weißtanne und Douglasie können nun auf der Fläche rechts unterhalb der Stammberghütte besichtigt werden“ erklärt Tobias Hornung, erster Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. An den ebenfalls bereits aufgestellten Lehrtafeln, welche die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beigesteuert hat, erhält man umfangreiche Informationen über die jeweilige Baumart.

Im Anschluss wurden noch 200 Sträucher und 250 Atlaszedern gepflanzt, um einerseits einen Waldsaum als Wald-, Sicht- und Lärmschutz zu schaffen. Andererseits ist das nun gegen Verbiss eingezäunte Gebiet ein weiteres Projekt des Bio-Diversitätspfades. „Hier ist die Idee“, so Hornung, „die Atlaszedern als mögliche künftig klimastabile Baumart für unsere heimischen Wälder zu erforschen, wenn die Fichte zunehmend durch trockenere Sommer Schaden nimmt.“ Ergänzend fügt er hinzu, dass Klima- und Naturschutz bei diesen beiden Projekten eine herausragende Rolle spielen. Die entstehende Hecke dient Vögeln, Insekten und Kleinsäugern als Futter-, Nist- und Versteckmöglichkeit und schützt den Wald. Das Arboretum dient als Genpool mit über 30 Arten und ist als offen gehaltene Landschaft für Flora und Fauna das ideale Areal. Auch der Aspekt der Wissensvermittlung für die Menschen führt mittelbar zum Schutz der Natur, denn vielfach schützt der Mensch nur was er kennt und schätzt.

Im neuen Jahr folgen großen Info-Tafeln zum Bio-Diversitätspfad. Der später fast 3,5 km lange Weg beginnt am Arboretum und wird die Bereiche wie beispielsweise Waldränder, das Fuhrmannsloch, das Vogelschutzgebiet und den Bannwald thematisieren. So entsteht ein weiterer Lehrpfad, der Schüler*innen, Bürger*innen und Gästen unsere heimische Artenvielfalt näherbringt und so das Freizeitangebot der Stadt Tauberbischofsheim bereichert.

Foto: Stadtverwaltung Tauberbischofsheim

 

 

 

 

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