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Ausbildungsprogramm zu zertifizierten STEEP-Beratern hat in Buchen begonnen.

Von Beate Tomann.

Über 350 Fachkräfte wurden in Deutschland mit dem Beratungs- und Früh-Interventions-Programm STEEP ausgebildet. Im Augenblick laufen Ausbildungskurse, die in 18 Monaten mit zehn 2-tägigen Schulungsblocks eine intensive Vorbereitung sind, in den Großstätten Wien, Hamburg, Potsdam und Freiburg. Durch die Initiative der Ordensschwester Frau Dr. Frumentia Maier und Ehren-Mitglied des Lions Clubs Madonnenland kommt das Ausbildungsangebot nun nach Buchen und hat Ende Oktober in den Räumen des Seitenbacher Forums begonnen. Schwester Frumentia hat große Erfahrung im Bereich des Kindeswohls. Das klingt zunächst merkwürdig, aber Schwester Frumentia hat knapp drei Jahrzehnte das „Haus des Leben“ in Offenburg – einem Ort für Mütter, die unter 18 Jahren sind – gegründet, gewirkt, gelebt und hat es zu einer vorbildlichen Institution geführt. Sie hat die Frauen rund um die Uhr betreut und viele Geburten als liebevoller Vertrauensmensch begleitet. Sie hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass es im Haus eine externe Klasse gab, damit die Mütter – auch in der Stillzeit – eine Ausbildung machen konnten. Das aus Amerika stammende Programm STEEP setzte sie erfolgreich ein. Worum geht es in diesem Programm? Das STEEP-Programm (Steps Towards Effective and Enjoyable Parenting – Stritte hin zu gelingender und Freude bereitender Elternschaft) wurde auf der Grundlage von über 25jährigen Forschungsarbeiten entwickelt und bewährt sich seit einigen Jahren in der praktischen Anwendung in den USA. Es macht sich die Erkenntnis der Bindungsforschung zunutze, dass eine sichere Bindung zwischen Kind und Eltern die beste Prävention gegen spätere Störungen darstellt. Dies kann mit relativ geringen Mitteln erreicht werden, etwa durch das Trainieren der elterlichen Feinfühligkeit. Das STEEP-Programm richtet sich in der Umsetzung an Hochrisikofamilien, die sich finanziell, wie persönlich überfordert fühlen. Diese Eltern starten oft auch durch eigene Traumatisierungen geprägt in die Elternschaft. Kindstötungen und Misshandlungen sollen wirksam präventiv verhindert werden. Die Neuigkeit im STEEP-System ist vor allem auch der Einsatz von Video-Technik. Der Prozess der Selbstbeobachtung bringt viel schnellere Verhaltenswandlungen, wie sich immer wiederholende Vorgaben und Erfahrungssätze, wie „man“ etwas besser/liebevoller im Umgang mit dem Säugling macht. Damit bekommt das Jugendamt mit STEEP-Ausrichtung eine völlig neue Bedeutung. Die Jugendhilfe wirkt positiv im Stillen und wird immer mehr zur echten „Hilfsorganisation“ für die Eltern und Kinder. Die sanfte Begleitung und Unterstützung des Programms beginnt am besten schon in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft und endet nach dem 3. Lebensjahr.

„Ein Programm ist nur so gut, wie sein Nutzen!“ so Schwester Dr. Maier im Presse-Gespräch. Und genau diese Wirksamkeitsstudie (2004-2016) von Professor Dr. Gerhard J. Suess mit über 100 Frauen wurde soeben publiziert. „Wir konnten nachweisen, dass sich in den Hochrisikofamilien die Bindung zwischen Eltern und Kind stark verbessert. Bei 71% lag diese sichere Bindung vor. Im Vergleich ist das in der Mittelschicht normal bei zwischen 30-40% der Eltern-Kind-Beziehungen vorhanden. Bindung ist für Kinder der größte Schutzfaktor“ so Professor Suess. Als Referent des ersten Ausbildungsblocks war er persönlich mit aktiv beim Start der neuen Ausbildungsgruppe. Pascal Hefner, Sozialpädagoge und Stellvertretender Fachdienstleiter Jugendhilfe und Susanne Heering, Stellv. Fachbereichsleiterin, Jugend, Gesundheit, Arbeit und Soziales im Neckar-Odenwald-Kreis zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, dass 8 Mitarbeiter nebenberuflich diese zertifizierte wissenschaftliche Weiterbildung erhalten können. Sie bedankten sich sehr, vor allem aber waren sie froh, dass ihr Motto „Bei uns fällt keiner durchs Netz“ damit noch engmaschiger in der Umsetzung werden kann. „Das Problem trifft im Schnitt im Kreis ca. 50 Familien im Jahr. Es werde alles möglich getan, um zu unterstützen und zu helfen. Bereits laufende Angebote der Jugendhilfe, werden mit diesem Wissen wesentlich gekräftigt und im frühkindlichen Stadium nun ergänzt werden.“ so Pascal Hefner. „Wir sind schon im direkten Kontakt mit den Geburtsstationen der Krankenhäuser, aber jeder Baustein, der noch mehr hilft, die Kinder in ein gutes Leben starten zu lassen, ist uns mehr als willkommen. Wir sind immer schon ein wenig voraus gewesen. Danke dass wir hier wieder einmal fortschrittlich voran gehen dürfen.“ so Susanne Heering vom NOK. Der Lions Club Madonnenland übernimmt einen Teil der Kosten, die Familien Pfannenschwarz bietet den Tagungsort und weitere finanzielle Unterstützung, damit dies überhaupt möglich wird. Hinzu kamen noch drei Teilnehmerinnen, gefördert durch die Lions Clubs im Raum Ortenau. Weitere vier Teilnehmerinnen nutzen das ortsnahe Angebot.

„So gesehen wird Buchen zur neuen Hauptstadt in der STEEP-Ausbildungsreihe. Über 10 verschiedene hochqualifizierte Referenten werden in den nächsten 18 Monaten hierher kommen. Wer mehr wissen will, kann sich gern unter der website www.gutefee-ev.de noch näher informieren.“ so Marion Pfannenschwarz, Präsidentin des Lions Clubs Madonnenland.

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Foto v.lnr Beate Tomann, Susanne Heering, Pascal Hefner, Schwester Dr. Frumentia Maier, Liza Pfannenschwarz, Prof. Suess

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Zum Start der STEEP-Ausbildung trafen sich der Vorstand des Vereins Dr. Frumentia Maier, Prof. Dr. Gerhard J. Suess und die Führungskräfte des Neckar-Odenwald-Kreises zum Pressegespräch im Seitenbacher Forum.

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Die STEEP-Ausbildung zum Schutze des Kindeswohls für Fachkräfte aus Jugendhilfe und Gesundheitswesen hat in Buchen begonnen.

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