Arbeit an Stadttaubenkonzept hat begonnen – Unterstützung der Bürgerschaft ist gefragt

WERTHEIM (RED). Unter Federführung der Stadtverwaltung hat sich in Wertheim ein Initiativkreis Stadttaubenkonzept gegründet. Er entwickelt einen Vorschlag zur tierschutzgerechten Regulierung der Taubenpopulation in der Wertheimer Innenstadt. Zunächst steht eine Bestandsaufnahme an, um so geeignete Standorte für künftige Taubenschläge oder -türme zu finden. Dazu bittet der Initiativkreis die Bürgerschaft um Unterstützung.

Die Idee für die Entwicklung eines Stadttaubenkonzeptes und für die Gründung des Initiativkreises ging von der Wertheimer Tierfreundin Alexandra Hollenbach aus. Zuvor hatten sich Beschwerden über Taubenkot in der Innenstadt gehäuft. Unterstützung bekam Hollenbach von Stadtrat und NABU-Vorsitzendem Ekkehardt Ebert, der das Thema dann auch in den Wertheimer Gemeinderat brachte. Das Gremium beauftragte die Stadtverwaltung mit der Entwicklung eines Stadttaubenkonzeptes.

In dem Initiativkreis wirken neben der Initiatorin Alexandra Hollenbach mit: die Naturschutzorganisationen NABU Wertheim und BUND Wertheim, der Tierschutzverein Wertheim, die Stadttaubenhilfe Unterfranken und die Stadtverwaltung Wertheim.

Im Rathaus hat die Federführung der städtische Umweltbeauftragte Jens Rögener. Er legte eine erste Skizze zu einem Stadttaubenkonzept vor, das sich an dem in anderen Städten erfolgreich umgesetzten „Augsburger Modell“ orientiert. Nach diesem Modell werden für die Stadttauben neue Taubenschläge oder Taubentürme errichtet, in denen sie gefüttert werden und dann auch brüten können. Später kann dann ein Teil der Taubeneier gegen Ton-Eier ausgetauscht werden, um die Taubenpopulation tierschutzgerecht zu regulieren.

Zum Auftakt der gemeinsamen Arbeit machten sich die Mitglieder des Initiativkreises mit der Verhaltensbiologie der Stadttaube vertraut. Als ausgewiesene Expertin informierte die Vertreterin der Stadttaubenhilfe Unterfranken, Nadine Hoffmann-Voigt, über besondere Verhaltensweisen der Stadttauben, die bei der Konzeptentwicklung zu berücksichtigen sind.

Als nächster Schritt steht eine Bestandsaufnahme an, also eine qualifizierte Zählung des Stadttaubenbestandes in der Innenstadt. Der Initiativkreis will sie unter Anleitung der Tauben-Expertin Nadine Hoffmann-Voigt noch im Frühjahr durchführen. Ergänzend dazu sollen in einer öffentlichen Umfrage die bisherigen Neststandorte der Stadttauben ermittelt werden. Denn nur wenn die Schwerpunkte („Hotspots“) der Tauben-Brutstätten weitgehend bekannt sind, kann der optimale Standort für ein oder mehrere neue Taubenschläge oder Taubentürme gefunden werden.

Bewährt haben sich in anderen Städten sowohl Taubenschläge auf Dachböden als auch solche in Bauwagen, Containern oder sogenannten Taubentürmen. Eine Entscheidung, welcher Typ in Wertheim zum Einsatz kommt, kann erst getroffen werden, wenn die erforderliche Größe und der optimale Standort festgelegt sind.

Auch die Frage, wie die Betreuung der Taubenschläge organisiert wird, beschäftigt den Initiativkreis. Neben dem regelmäßigen Füttern der Tiere müssen die Schläge gereinigt und es müssen Taubeneier gegen Ton-Eier ausgetauscht werden. Für diese Arbeiten hofft man, eine ausreichende Anzahl ehrenamtlicher Helfer zu finden.

Um weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, will der Initiativkreis aktiv in die Öffentlichkeit gehen. Den ersten Einsatz gab es bereits beim Wertheimer Saatgutfestival: Mitglieder der Interessensgruppe warben an einem Infostand für ihre Idee.

Für die jetzt anstehende Bestandsaufnahme bittet der Initiativkreis die Bürgerinnen und Bürger der Kernstadt um Unterstützung. Sie sollen Standorte von Stadttaubennestern oder Brutkolonien auf Dachböden an Alexandra Hollenbach unter E-Mail: alexandra.hollenbach@web.de melden. Diese Informationen werden gebraucht, um später den geeigneten Standort für einen Taubenschlag oder Taubenturm zu finden.

Tauben sind im Wertheimer Stadtbild ein gewohnter Anblick. Foto: Stadt Wertheim / A. Hollenbach

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