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Afrikanische Schweinepest: Landkreis ist vorbereitet

 Neckar-Odenwald-Kreis. Vergangene Woche wurden in einem Mastschweinebetrieb im Landkreis Emmendingen die ersten Infektionen mit der Afrikanischen Schweinepest im Land nachgewiesen. Im Neckar-Odenwald-Kreis sind bisher keine bestätigten Fälle bekannt. Der Landkreis ist für einen Ausbruch der Tierseuche jedoch vorbereitet und trifft stetig weitere Vorkehrungen. Auf den Neckar-Odenwald-Kreis hat der Ausbruch in Emmendingen somit keine unmittelbaren Auswirkungen. Denn die für den Menschen unbedenkliche Afrikanische Schweinepest ist ein Thema, mit dem sich die Landkreisverwaltung schon seit mehreren Jahren beschäftigt. „Insbesondere durch das Verhalten des Menschen, zum Beispiel durch unsachgemäße Entsorgung von Speiseresten an Raststätten oder im Wald, verbreitet sich das Virus um einiges schneller als es normalerweise der Fall wäre. Wann genau es den Neckar-Odenwald-Kreis erreicht ist unklar, allerdings ist jederzeit mit einem Ausbruch der Seuche zu rechnen“, sagt Dr. Ulrich Bennemann, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen beim Landratsamt. Die Pläne für den Ernstfall wurden in Zusammenarbeit des Fachdienstes Veterinärwesen und der Stabsstelle Feuerwehr und Bevölkerungsschutz entwickelt: Wird ein infiziertes Wildschwein gefunden, wird das betroffene Gebiet ausgewiesen und mit Restriktionen belegt werden. „Dazu können Jagdruhe, Verbote der Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen bis hin zu Betretungsverboten gehören. Die Gebiete müssen dann regelmäßig nach Kadavern abgesucht, diese virologisch untersucht und unschädlich beseitigt werden“, erklärt der Tiermediziner Bennemann. Um die Kernzone wird man versuchen, Schutzzäune zu errichten, um infizierte Wildschweine im Gebiet zu halten und die Verbreitung des Erregers zu stoppen. Zudem können speziell dafür ausgebildete Kadaversuchhunde eingesetzt werden. Um für diesen Einsatz gerüstet zu sein, wurde im letzten Jahr unter Federführung der Stabsstelle Feuerwehr und Bevölkerungsschutz zudem eine mobile Desinfektionsschleuse für Fahrzeuge und Geräte beschafft. Diese dient vor allem als Vorkehrung gegen die Ausbreitung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest, kann jedoch auch für andere Desinfektionszwecke eingesetzt werden. „Mit der Desinfektionsschleuse sind wir im Falle eines Ausbruchs gut gerüstet. Der Landkreis hat rund 20.000 Euro investiert, um schnell und flexibel auf Einsatzgeschehen im Zusammenhang mit Tierseuchen reagieren zu können. Damit sind wir sehr gut aufgestellt“, bestätigt Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr. Die Durchfahrtswanne selbst ist mit ihren 20 Metern Länge ausreichend dimensioniert und kann somit auch für Sattelzüge und landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt werden. Kontaminierte Fahrzeuge und Geräte werden in die Schleuse eingefahren und mit einer schaumigen Desinfektionslösung behandelt. Somit kann einer Verschleppung des Erregers entgegengewirkt werden. Für den zukünftigen Gebrauch stehen die Mitglieder der Feuerwehren von Neunkirchen, Ravenstein, Hardheim und Walldürn bereit. Sie hatten an einer Unterweisung des Herstellers teilgenommen und die Funktionen der Schleuse erprobt. Zu den dauerhaften Vorkehrungen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest gehören auch fünf Wildverwahrstellen des Kreises. Die Räumlichkeiten befinden sich in Mudau, Buchen, Osterburken, Schefflenz sowie Neunkirchen und können von der Jägerschaft genutzt werden, um Innereien und andere Teile von Schwarzwild aus dem Jagdbetrieb zu sammeln. Die Container werden regelmäßig geleert und die tierischen Nebenprodukte seuchensicher entsorgt. Ein weiterer Bestandteil der Seuchenprofilaxe ist das freiwillige Früherkennungsprogramm des Landes für schweinehaltende Betriebe. Betriebe, die am Früherkennungsprogramm teilnehmen möchten, können sich für weitere Informationen an das Veterinäramt wenden. „Das Virus gilt zwar als sehr tödlich, aber nicht als sehr ansteckend. Solange die Schweinehalter konsequent die Sicherheitsmaßnahmen anwenden, können sie sich relativ gut schützen“, ordnet Bennemann ein. Ursprünglich aus Afrika verbreitet sich die Afrikanische Schweinepest mit immer zunehmenden Fallzahlen in den letzten Jahren langsam, aber stetig auch in Deutschland. Nach Fällen in Brandenburg, Sachsen sowie Mecklenburg-Vorpommern gab es nun den Ausbruch in Baden-Württemberg. Die Verbreitung erfolgte vermutlich über die Verfütterung kontaminierter Futtermittel. Seitens der zuständigen Behörden wurden notwendige Maßnahmen in die Wege geleitet. Der Landkreis steht aktuell in regelmäßigem Kontakt mit den ansässigen Landwirten sowie dem Land.

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