Kupprichhausen (pm). Schon recht traditionsreich und bewegt ist die Geschichte des „Kupprichhäuser Grünkernfestes“ das in diesem Jahr auf seine 45-jährige Geschichte zurückblicken kann und am 1. Septemberwochenende zum 42. Mal gefeiert wird. Es mag verwundern: 45 Jahre Geschichte und nur 42 Festveranstaltungen. Nicht ohne Grund, denn die Zeit und mach unvorhergesehene Ereignisse haben das „Grünkernfest“ geprägt und beeinflusst. Als die Grünkernerzeugergemeinschaft 1978 – damals im überdachten Schulhof der alten Schule in Kupprichhausen das „1. Kupprichhäuser Grünkernfest“ abhielt, glaubte wohl niemand, dass man nach 45 Jahren die damals begonnen Tradition noch pflegen und fortführen werde. Umso stolzer ist man in der Vereinsgemeinschaft, die 1988 die Ausrichtung von der Grünkernerzeugergruppe übernommen hat, dass man trotzt mancher Hindernisse und Schwierigkeiten dieses traditionsreiche und weit über die Region hinaus bekannte Fest auch 2023 wieder durchführen kann. Der Grünkern -eine regionale Spezialität aus dem Bauland und dem Taubergrund- und seine vielfältige Verwendungsmöglichkeit in der gesunden Küche steht dabei wieder im Mittelpunkt des 2-tägigen Festes. Dass das Produkt Grünkern in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Freunde und Liebhaber, nicht nur in der Region, gefunden hat war einst auch das erklärte Ziel der Grünkernerzeugergruppe Kupprichhausen die das Fest ins Leben gerufen hat. Man wollte dadurch das heimische Produkt „Grünkern“ auch überregional bekannt zu machen und dadurch Produktion und Absatz zu steigern. Das Grünkernfest hat in den vergangenen Jahrzehnten sicher auch hierzu seinen Beitrag geleistet auf den man im Dorf und der Grünkernregion sicher recht stolz sein kann. Dass nicht alles problemlos läuft und auch immer wieder neue Motivation und Ansporn notwendig sind zeigt die Geschichte. 1978, als das Fest begann war alles noch recht überschaubar und von den Familien der Grünkernerzeugergruppe zu bewältigen. Doch bald zeigte sich, dass der Gästestrom immer größer wurde und die Festorganisation durch die Grünkernerzeugergruppe kaum mehr zu stemmen war. Das so lieb gewordene Grünkernest stand nach 10 Jahren kurz vor dem aus. Doch schnell war man sich in der Dorfgemeinschaft und den Vereinen einig: „das Grünkernfest darf nicht sterben“ So gründete man die „Vereinsgemeinschaft Grünkernfest“ und übernahm 1988 erstmals die Ausrichtung des „Kupprichhäuser Grünkernfestes“. Auch die Entwicklung des Festes und der Besucherstrom wurde von Jahr zu Jahr stärker und man überlegte fieberhaft welche Möglichkeiten sich boten dieses Fest in größerem Rahmen zu feien. Schulhoferweiterung und Festverlegung waren hier umfangreiche Diskussionspunkte. Ein Wendepunkt hier war die Planung für ein Dorfgemeinschaftshauses zu Beginn der 90er Jahre, das dank der Unterstützung durch die Stadt Boxberg realisiert und 1995 in Betrieb genommen werden konnte. Hier hatte nun des Grünkernfest seinen neuen Platz gefunden und man war in der Vereins- und Dorfgemeinschaft froh eine so optimale Lösung für den immer größer werdende Festzulauf gefunden zu haben. Ein harter Schicksalschlag traf das Grünkernfest 1993 als das Fest aufgrund eines tragischen Unglücksfalles im Vorfeld des Festwochenendes ausfallen musste. Doch trotzt diesem herben Rückschlages fand man in der Vereinsgemeinschaft den Mut das Fest im Sinne der Festgründer in den kommenden Jahren wieder fortzuführen. Doch auch in den neuen Räumlichkeiten musste man schon bald erfahren, dass die Festgäste an den beiden Festtagen kaum mehr unterzubringen waren. So wurde ein Zeltanbau am Dorfgemeinschaftshaus geschaffen und später auch noch ein separates Cafetria-Zelt aufgestellt. Alljährlich wurde es eine immer größer werdende logistische und organisatorische Herausforderung die man nur dank der sehr gut funktionierenden Vereinsgemeinschaft und dem Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft bewältigen konnte. Niemand hätte wohl daran gedacht, dass das Fest einmal pandemiebedingt ausfallen wird. Doch 2020 und 2021 musste das Fest coronabedingt ausfallen und auch 2022 war es lange ungewiss ob ein Neustart des Grünkernfestes möglich ist. Doch die Corona- Zwangspause und der Festneustart 2022 hatte auch in der Vereinsgemeinschaft neue Überlegungen über die Festorganisation gebracht. Das Problem Gästeansturm am Samstag und Sonntag und immer enger werdenden Platzverhältnisse im Dorfgemeinschaftshaus ließen neue Überlegungen zur Festorganisation keimen. Mit einem neuen Gästezelt auf dem angerenzenden TSV Trainingsplatz plante man erstmals 2022 mehr Platz für die wachsende Gästezahl und schuf damit auch einen neuen Gästemittelunkt für die beiden Festtage. Eine gelungenen Entscheidung wie man bei der Vereinsgemeinschaft im Rückblick auf den Festverlauf 2022 feststellen musste und auch von den Gästen sehr gut angenommen wurde. So wird auch 2023 wieder das Gästezelt auf dem angerenzenden Sportgelände bereitstehen und mit seinem größeren Platzangebot den Schwerpunkt beim Grünkernfest 2023 bilden. Eine große Herausforderung für die Festorganisatoren die man jedoch gerne angenommen hat, um den Besuchern des Grünkernfestes einen entspannten und unterhaltsamen Aufenthalt zu bieten. Die Vereins- und Dorfgemeinschaft von Kupprichhausen freuen sich auf ihre Gäste beim Grünkernfest am 2. und 3. September 2023 und wünschen ihnen einen angenehmen Festbesuch.
Foto: Heinz Weber




