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122 Ideen für die neue Grundschule in Bad Mergentheim eingegangen

Preisgericht tagt nach europaweitem Architekturwettbewerb

Bad Mergentheim. Wegen steigender Kinderzahlen baut die Stadt Bad Mergentheim im Auenland eine ganz neue Grundschule und hat dazu einen europaweiten Architekturwettbewerb ausgelobt. Jetzt trat das Preisgericht zusammen, um die Entwürfe zu bewerten.

Zwei Tage lang haben sich die Mitglieder des Preisgerichts intensiv mit den eingereichten Ideen auseinandergesetzt. Damit die wichtige Bewertung wie vorgesehen im Dialog stattfinden konnte, gab es zum Auftakt eine verpflichtende Corona-Testung für alle Mitwirkenden. Als Vorsitzender des Preisgerichts wurde Professor Jens Wittfoth aus Stuttgart gewählt. Gemeinsam mit vier weiteren Architektinnen und Architekten aus ganz Baden-Württemberg sowie mit dem städtischen Hochbau-Verantwortlichen Michael Wolfmeyer bildete er die Runde der so genannten „Fachpreisrichter“ mit Stimmrecht.

Ihnen zur Seite standen die ebenfalls stimmberechtigten „Sachpreisrichter“, zu denen Oberbürgermeister Udo Glatthaar sowie Hans-Peter Fernkorn, Thomas Tuschhoff, Hariolf Scherer und Jordan Murphy als  Vertreter des Bad Mergentheimer Gemeinderates zählten. Als „Sachverständige Berater“ ohne Stimmrecht waren unter anderem Kornelia Perleth (Sachgebietsleiterin Bildung und Betreuung), Stadtbaudirektor Bernd Straub und die stellvertretende Leiterin der Grundschule Bad Mergentheim, Katja Serdaroglu, dabei.

Das Preisgericht beschäftigte sich zwei Tage lang mit Plänen und Modellen. Alle Anwesenden wurden im Vorfeld auf Corona getestet. (Bild: Stadt Bad Mergentheim)

Mit 122 eingereichten Vorschlägen für das Bauwerk, in dem bereits in dreieinhalb Jahren 3,5 Schulzüge (also Jahrgangs-Parallelklassen) unterrichtet werden sollen, war der Wettbewerb auf eine große Resonanz gestoßen. Das Preisgericht beurteilte alle Ideen unter strikter Wahrung von Anonymität. Keinem der Teilnehmenden und auch nicht der Stadtverwaltung war bekannt, welches Architekturbüro sich hinter welcher „Tarnzahl“ verbirgt. Dies gehört zu den klaren Regeln eines solchen Wettbewerbs.

Das federführend mit der Wettbewerbs-Organisation beauftragte Fachbüro „schreiberplan“ aus Stuttgart erläuterte in einem ersten „Informationsrundgang“ zunächst alle aufgebauten Modelle wertfrei. Im nachfolgenden „Wertungsrundgang“ mussten sich die Vorschläge einer ersten Prüfung nach festgelegten Kriterien unterziehen, etwa  „Städtebauliche Setzung“, „Komplexität“ oder „Wirtschaftlichkeit“.

Nach dem ersten Auswahltag, der erst um 22.30 Uhr endete, standen so 24 Entwürfe fest, die in die engere Wahl gezogen wurden. Die Mitglieder des Preisgerichts betrachteten und diskutierten diese am Folgetag noch einmal intensiv. Nach weiteren Wertungs- und Diskussionsrunden wurden schließlich der 1. bis 3. Preis sowie drei Anerkennungspreise vergeben. Alle erhalten für ihre Beiträge ein gestaffeltes Preisgeld. Erst als das Ergebnis feststand, wurden die Umschläge mit den Namen der dahinter stehenden Wettbewerbsteilnehmer geöffnet.

Das Preisgericht empfiehlt der Stadt einstimmig, den Gewinner-Entwurf des „Studiobornheim“ aus Frankfurt am Main der weiteren Bearbeitung zugrunde zu legen.  Der in Holzbauweise geplante, dreigeschossige Schulneubau sei ein „schlüssiges Gesamtkonzept“ mit dem „vielseitige Lernkonzepte innen und außen verwirklicht werden“ könnten, heißt es zur Begründung. „Im nächsten Schritt wird nun mit den drei Preisträgern auf dieser Wettbewerbsgrundlage ein Vergabeverfahren zur Planung und Umsetzung  der neuen Grundschule durchgeführt. Ziel ist es, bereits im Oktober einen Antrag für die Schulbauförderung zu stellen“, so der städtische Hochbau-Sachgebietsleiter Michael Wolfmeyer zum weiteren Vorgehen.

Der dreigeschossige Schul-Entwurf in Holzbauweise erreichte beim Preisgericht der Stadt Bad Mergentheim den 1. Platz aus über 120 eingereichten Vorschlägen. (Grafik: Studiobornheim/ Stadt MGH)

Mit einem Investitionsvolumen von knapp zehn Millionen Euro ist die neue Grundschule das derzeit größte Bauprojekt der Stadt. Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Preisgerichts-Vorsitzender Jens Wittfoth bedankten sich herzlich bei allen Wettbewerbs-Teilnehmern für die sorgfältige Arbeit und bei den Mitgliedern des Preisgerichts für deren engagierten Einsatz.

Für die Stadt war dies ein aufwändiges, aber lohnendes Projekt: „Einen offenen Wettbewerb auszuloben, war ein mutiger Entschluss und auch ein Vorbild für andere Kommunen. Denn so konnten sich alle Büros, Architektinnen und Architekten bewerben und der Jury lag damit auch ein umfassendes Spektrum an Planungsideen vor. Solche Wettbewerbe fördern Innovation, Qualität und hochwertige Baukultur“, sagt Stadtbaudirektor Bernd Straub. Die Resonanz sei mit 122 konkreten Vorschlägen und über 180 Interessenbekundungen im Vorfeld beachtlich. Davon könne das Projekt „Neue Grundschule“ im weiteren Fortgang sehr profitieren.

Die Auswahl des Preisgerichts wird von der Stadt Bad Mergentheim transparent dokumentiert. Auf der städtischen Internetseite www.bad-mergentheim.de können im Bereich „Ausschreibungen“ alle Protokolle sowie Modell-Fotos der eingereichten Entwürfe angesehen werden. stv

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