Aktuelle Stellenanzeigen:

10 Jahre Schriftsteller-Jubiläum – Heiko Wolz erobert immer neue Kinderherzen

Wenn Heiko Wolz in einer Grundschule vor den Kindern steht, wird selbst der größte Zappelphilipp ganz ruhig und hört gespannt zu. Der 40-Jährige erzählt gerade von Leon, dessen Eltern – im Gegensatz zu ihm – Superkräfte haben. Das macht er mit viel Hingabe und die steckt auch in seinen Büchern. Der Weg zum Kinderbuchautor war für den Freudenberg-Kirschfurter so spannend, wie die Abenteuer seiner Protagonisten. Besonders gut in Deutsch war Heiko Wolz in der Schule nicht. „Fantasie-Erzählungen habe ich liebend gern verfasst, bei Berichten oder sachlichen Briefen wurde es problematischer. Da stand hin und wieder schon „Themaverfehlung“ und „Zu viel Fantasie!“ darunter“, schmunzelt Wolz heute. Schriftsteller wollte er schon früh werden und so kam er über die Liebe zum Buch zum Job des Buchhändlers. Der Zivildienst folgte und plötzlich hatte der Freudenberger mit geistig behinderten Menschen zu tun – eine prägende Zeit. „Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Jahre auch einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben, wie ich heute schreibe. Dieses „Einfühlen“, das Herantasten an die Bedürfnisse von Menschen, die diese vielleicht nicht einmal aktiv äußern können – da sehe ich durchaus Parallelen zum Schreiben, zum Umgang mit meinen Figuren.“ Und weil seine Frau wieder in den Beruf der Erzieherin ging, wurde er zum Hausmann. Bei vier Kindern wäre wohl fast jeder Mann schon am Limit – Wolz schrieb nebenbei aber noch seine ersten Bücher. Keine Kinderbücher, sondern Coming-of-age-Romane. „Spinnerkind“ und „Das Mädchen auf dem Seil“ beschäftigen sich aber auch mit dem „Erwachsenwerden“ und als eine Kollegin ihn ermutigte, war der Einstieg in die Kinderliteratur nicht mehr weit. Kinderbücher zur schreiben, das klingt erst mal einfach. Doch wie trifft man den richtigen Ton, wenn man selbst kein Kind mehr ist? „Die Sprache der Kinder zu treffen und mitunter komplizierte Gedankengänge in einfachen – aber niemals naiven – Sätzen auszudrücken, ist eine der Herausforderungen im Kinderbuch. Wenn ich höre, dass mir das gelungen ist und die Kinder sich in meinen Büchern wiederfinden, ist das das größte Kompliment für mich.“ Und offenbar kann Wolz die Sprache der Kids ziemlich gut. Leon, der allein unter Superhelden ist, Ben, der Geisterjäger wird oder Frieda, die Superstar wird, sind nur drei seiner erfolgreichen Reihen. Albert Zweistein landet mit seiner Zeitkanone bei Cäsar und Barbarossa und Anton geht in „Mein bestes Fußballspiel. Also fast…“ auf Torejagd. „Es ist ein waschechter Erstleser, allerdings im modernen Tagebuch-Charakter, mit vielen witzigen Illustrationen. Der erste Band ist super eingeschlagen. Jetzt freue ich mich schon auf die Veröffentlichung des 2. Bandes im April. Auch das Buch „Summer Girls“ für Mädchen, dass ich mit der Autorenkollegin Martina Sahler verfasst habe, bekommt im Mai mit dem 2. Buch Zuwachs.  Ich bin immer wieder sehr gespannt, wie es bei den ganz jungen Lesern ankommen wird“, so der Autor zu seinen neuen „Buch-Babys“. Sicher wird der Kirschfurter auch dann wieder vor seinem jungen Publikum sitzen und stehen und für große Augen sorgen. Und nicht nur deswegen geht er gerne auf Lesereisen: „Der direkte Kontakt zum Publikum ist mir immens wichtig. Ich lese ja nicht nur, ich erfinde stets auch eigene Geschichten mit den Kindern. Ich möchte ihnen zeigen, dass es sich lohnt, nicht nur zu konsumieren, sondern selbst auch kreativ zu sein. Aber nicht nur mit den Kindern erleben wir Autoren auf Lesereise die unterschiedlichsten Sachen – auch die Veranstalter sind immer wieder für Überraschungen gut. Da reicht das Spektrum von perfekter Organisation bis hin zum größtmöglichen Chaos. Immer wieder spannend!“ Die Entstehung der Bücher beginnt immer mit einer Idee, wenigen Sätzen und Ruhepause. „Packen Sie mich, führe ich sie aus, bis Figuren und Handlungen stehen. Erst, wenn anhand dieses Konzepts ein Verlag die Geschichte als Buch veröffentlichen möchte, beginne ich zu schreiben. Dass sich Figuren und Handlung dann beim Schreiben häufig ein klein wenig anders entwickeln als vorgesehen, ist das Spannende daran. Sie entwickeln ein Eigenleben. Das fertige Manuskript geht dann an die Lektorin, mit der ich es zusammen so lange bearbeite, bis es die bestmögliche Form hat“, erklärt Wolz. Echte Schreibzeit, hat er tatsächlich wenige Stunden, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wenn Abgabetermine drücken, kommen auch mal Nacht- und Wochenendschichten. Das Klischee vom Autor mit dem Espresso im Szene-Café – auf Wolz trifft es nicht zu. Egal, denn er schafft es auch so in die Welt seiner jungen Leser einzutauchen und Geschichten mit ihren Worten zu erzählen. Auch wenn seine Kinder (14, 12, 11, 9 Jahre) langsam keine Lust mehr haben von ihm mit Geschichten in den Schlaf erzählt zu werden – auf seine Lesungen darf er weiter Kinderherzen höher schlagen lassen. Und das macht er auch wieder hier in unserer Region in Schulen, zum Beispiel in Vockenroth und in Wertheim-Bestenheid. Da können sich die Kids schon darauf freuen. Auch auf die beiden neuen Bücher, die im Carlson Verlag erscheinen werden. Sein 10-jähriges Jubiläum feiert der mit Hund, Katze, Maus und Familie in Unterfranken unweit von Wertheim lebende Buchautor mit seinem Erstlingswerk „Das SpinnerKind“. Lange war es vergriffen und nun ist es ihm gelungen die Lizenzen zurückzuholen. Es ist ein Buch, das bei Amazon jetzt als eBook erhältlich ist.

 

© Tom River Photography

© Tom River Photography

 

BUCHTIPP

Allein unter Superhelden. Superhelden in Not. … und das in Vockenroth und Wertheim-Bestenheid?

„Leon ist der Einzige in seiner Familie, der keine Superkräfte besitzt. Das kann einfach nicht sein – finden seine berühmten Eltern und stecken ihn in die neue Superhelden-Schule von Dr. Schröder. Der aber hat ganz andere Pläne. Und plötzlich muss Leon nicht nur sich, sondern die ganze Welt der Superhelden retten.“  Geschrieben hat dieses Buch Heiko Wolz, der mit seiner Familie in zwischen Wertheim und Miltenberg wohnt. Die Kinder der Gemeinschaftsschule Alte Steige in Vockenroth und der Grundschule Bestenheid dürfen sich auf seine Schullesung am 27./28. März 2017 freuen. 10 Jahre ist der gelernte Buchhändler schon als Kinder- und Jugendbuchautor erfolgreich unterwegs. Im März und Mai erscheinen Fortsetzungen seiner Bücher, über Anton, dem Fußballspieler und über Emmy, einem der Summer girls. Beides wird im Carlsen Verlag als Buch erscheinen.

Allein unter Superhelden

Allein unter Superhelden

Related Posts

Kinderstück beginnt zu proben
Theater auf Abruf: Kultur in Zeiten von Corona
Christoph 65 hat sich bewährt