Vier Reichsstädte gedenken dem Beginn des 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren

Bad Windsheim. Mit einem ökumenischen Auftaktgottesdienst in der Stadtkirche St. Kilian und einem festlichen Empfang eröffneten die vier ehemaligen Reichsstädte Bad Windsheim, Dinkelsbühl, Nördlingen und Rothenburg Ende Februar das Gedenkjahr zum Beginn des 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren in der Kurstadt.

Gestaltet von der evangelischen Regionalbischöfin Gisela Bornowski vom Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, der Dekanin Karin Hüttel, dem katholischen Generalvikar Georg Kestel vom Erzbistum Bamberg und Diakon Paul Neumeier bot der ökumenische Gottesdienst den rund 800 Besuchern Gelegenheit, sich der Bedeutung des Friedens in der Welt bewusst zu werden. Tote und Verletzte bei kriegerischen Auseinandersetzungen, damals in Europa, heute in Teilen Afrikas, Syrien und der Türkei. Bornowski bezeichnete Religion früher wie heute „als Brandbeschleuniger für politische Konflikte“.

Innenminister Joachim Herrmann schloss sich beim anschließenden Empfang diesen Worten an und stellte den Bezug zum gegenwärtigen, teilweise verbreiteten „radikalen Islamismus“ her. Europa müsse sich dem frontalen Angriffskrieg einzelner Islamisten entschlossen entgegenstellen, so Herrmann in seiner Gedenkansprache im Arvena Reichsstadt Hotel. Herrmann lobte die geschichtliche Arbeit der vier Städte, welche mit dem anstehenden Jahresprogramm und ihren alljährlich aktiven historischen Gruppen den Zusammenhalt und die kulturelle Identität in der Region stärken. Den Gedenktag belebten Darsteller des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ aus Rothenburg, der Verein „Die Getreuen des Königs Gustav Adolf 1632“ aus Dinkelsbühl, Vertreter des Vereins Alt-Nördlingen sowie der Wagnertanzgilde aus der Kurstadt in ihren historischen Gewändern.

Innenminister Joachim Herrmann mit Bad Windsheims Bürgermeister Bernhard Kisch und den Oberbürgermeistern Dr. Christoph Hammer (Dinkelsbühl), Walter Hartl (Rothenburg) und Herrmann Faul aus Nördlingen (unkostümiert, von links) eröffneten die Auftaktveranstaltung zum 400-jährigen Gedenken an den Ausbruch des 30-jährigen Krieges – hier mit Darstellern des Historischen Festspiels Der Meistertrunk vor dem Bad Windsheimer Rathaus. Fotos: Privat

Eine geschichtliche Einordnung des Krieges in den vier Reichsstädten bot Dr. Georg Seiderer, Professor für Neuere Bayerische Geschichte und Fränkische Landesgeschichte und Volkskunde an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, den geladenen Gästen in seinem Vortrag mit dem Thema „Der Dreißigjährige Krieg in Franken und Schwaben – Auswirkungen und Erinnerungskultur“. Musikalisch umrahmt mit Musikstücken aus der damaligen Zeit wurde der Empfang von den „Stadtpfeifern“ der Musikschule im Landkreis Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim.

Nach dem Empfang waren die Gäste dazu eingeladen, sich die Ausstellung „Echters Protestanten“ in St. Kilian anzusehen. Der Würzburger Historiker Stefan W. Römmelt eröffnete als Verantwortlicher die Ausstellung mit zwölf Schautafeln, welche Protestanten im Dienste des Gegenreformators Julius Echter von Mespelbrunn zeigen. Den Programmflyer zum Gedenkjahr erhalten Interessierte in den Tourist-Informationen der vier Reichsstädte. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.reichsstaedte-1618.de.

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