„Auto“ war als Baby sein erstes Wort – heute schaut er auf die Details…

Interview/Fotos: Beate Tomann

Buchen. Für Maximilian Stühler konnte es beruflich nur auf Autos hinauslaufen. Wer bevor er „Mama“ und „Papa“ sagen konnte schon „Auto“ sagt, der startete sozusagen direkt als Baby in die Berufskarriere. Das Arbeiten mit dem Thema Auto war ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt worden. Nicht von den Eltern – aber vom Großvater, der in Ochsenfurt eine Autowerkstatt für US-Fahrzeuge hatte. Heute hat sich der 29-jährige Unternehmer zu einem Spezialisten für optische Autoveredlung gemausert. BlickLokal hat den jungen Unternehmer in seinem Firmenstandort besucht und Maximilian Stühler (Max) interviewt.

Beate Tomann: Hier stehen ja einige super teure Autos in der Werkstatt. Was genau lassen die Kunden bei Ihnen machen?

Max Stühler: Zu mir kommen Menschen, die sich exklusive Autos kaufen und denen die Highend-Ausstattung immer noch nicht reicht. Sie wollen ein eigenes Geschöpf haben. Und hier komme ich ins Spiel. Meine Liebe zur Gesamtkomposition lässt mich zu einem guten Anbieter werden – von sehr fein abgestimmten Veränderungen, wie Farbveränderungen über Folien, Fahrwerksoptimierungen (tiefer gelegte…), optische Details (Zubehör), größere Reifen mit den passenden Felgen bis hin zu dominanten Verbreiterungen biete ich alles an.

Beate Tomann: Was genau ist denn das? „Folieren“ – Komplett-Folierung eines Autos? Es geht doch nicht um Dekostreifen?

Max Stühler: Die Technik das ganze Auto mit einer Folie zu überziehen, hat den Vorteil, dass jedes Auto seine Farbe und damit die Optik komplett verändern kann. Es gibt so tolle Rottöne oder Effektfarben, die für den Wiederverkauf nicht so genial sind. Ich kann mir also ein Auto zum Werterhalt in einer Standardfarbe holen und dann mit etwas total Individuellem überziehen lassen. Auch bei Leasingfahrzeugen wird das gern zum Schutz eingesetzt. Manchmal wollen die Besitzer einfach etwas haben, das es so in der Nachbarschaft noch nicht gibt. Mit einer Komplett-Folierung kann ich schnell die Farbe wechseln, der Lack wird sogar geschont und die Folie lässt sich rückstandsfrei wieder entfernen. Mit meiner Erfahrung gelingt es mir auch größere Bauteile, die ich vorher demontiert habe, mit einem Folienzuschnitt zu bekleben. Für manchen Autobesitzer ist auch die farbige Folierung zunächst gedacht als Wertschutz für das Auto. Spannend wird es immer in den kleinen Ecken und Verfalzungen. Hier gilt es so sorgfältig zu arbeiten, dass wirklich kein Rest-Ursprungslack mehr sichtbar ist. Die Spezialfolien gibt es heute in absolut verrückten Varianten: hochglänzend, wie mattgestrahlter Lack, wie gebürstetes Aluminium und natürlich alle Farben von Pink bis Tiefschwarz-samtig.

Beate Tomann: Und was ist mit Leistung? Arbeiten Sie auch an den Motoren?

Max Stühler: Im Bereich der Motoren wirken wir durch Chip-Tuning auf die Leistung. Und auch bei der Lautstärke darf man uns gerne fragen.

Beate Tomann: Und woher kommen Ihre Kunden? Wie erfährt man von Ihrem Spezial-Angebot?

Max Stühler: Hier aus der Region haben wir ein Einzugsgebiet von ca. 150 Kilometer. Aber ich habe auch Kunden aus der Schweiz. Unsere Kunden kommen aus allen sozialen Schichten, vom „Sohn“, über erfolgreiche Unternehmer, leidenschaftlichen Auto-Tuning-Fans bis hin zum Familienvater, der einfach als Schutz für seine Kinder eine Glasscheibe foliert haben will. Es ist alles dabei. Aber auch ganz konservativ eingestellte Kunden kommen zu mir. Sie wollen dann allerdings nur meine Foliendienstleistung, die den Lack schützen soll. Ich habe hier ein spezielles klares Foliensystem, dass nach dem Aufbringen nicht mehr sichtbar ist. Es verhält sich sogar selbstheilend, wenn es zu einem kleinen Steinschlag kommt. Das ist ein Lizenzsystem, das ich mir vor ein paar Jahren ins Haus geholt habe.

Beate Tomann: Wenn man sein „Baby“ in Ihre Hände gibt, dann braucht es doch eine Menge Vertrauen, oder?

Max Stühler: Ja, der Anfang war schwer. Bei den ersten Auto-Nobelkarossen-Besitzern brauchte es schon jede Menge Überzeugungsarbeit. Heute sieht das schon anders aus. Ich habe so eine Arbeitsauslastung, dass die Kunden zwei Monate Vorlauf einplanen müssen. Außerdem ist es mir mit meinen Arbeiten der vergangenen Jahre gelungen, mir in der Szene einen guten Ruf zu erarbeiten.

Beate Tomann: Stimmt das, dass selbst „JP“ (Jean Pierre Kraemer) Ihren nagelneuen BMW X2 in einem Video gelobt hat?

Max Stühler: Tatsächlich ist mir eine tolle Geschichte gelungen. In Zusammenarbeit mit BMW Müller in Buchen-Hettingen konnte ich zum offiziellen Präsentationstermin des neuen X2 vor drei Wochen – den weltweit ersten BMW dieser Art – als individualisiertes Upgrade – präsentieren. Das hat mir in Facebook und Instagram weltweite Aufmerksamkeit beschert. Und auch Jean Pierre Kraemer hat das gesehen und in seinem „Car-Freitag Video“ auf Youtube kommentiert.

Beate Tomann: Wie kann ich das verstehen? Die Szene beobachtet Sie und Ihre Autokompositionsarbeit in den sozialen Medien?

Max Stühler: Ja, ich konnte mir über die Jahre organisch in Facebook an die 15.000 Fans erarbeiten. Und das ganz ohne Werbegelder. Die leidenschaftliche Auto-Szene ist „grenzenlos“…. Neulich war ein Japanischer Journalist hier, der ganz gezielt bei meinem Folienlieferant nach mir gefragt hat. Die Fangemeinde wächst. Natürlich bin ich auch auf Veranstaltungen in der Szene unterwegs. Demnächst geht es mit einigen meiner Autodesigns an den Wörthersee. Eine Einladung zu einer Messe in Belgien liegt vor. Außerdem war ich auch schon auf der Essener Motorshow mit dabei.

Beate Tomann: Was macht Ihre Arbeit aus?

Max Stühler: Meine Liebe zum Detail ist die Grundlage aller Dinge. Hochglänzende Folien perfekt aufzuziehen, das ist kein Kinderspiel. Außerdem sehe ich das Auto als Gesamtkomposition. Ich habe einen guten Blick für das was zusammenpasst: Felgen, Fahrwerk tiefer legen, Kotflügel-Verbreiterung….Zubehördetails. Alles das muss zum Schluss ein besonderes Ganzes ergeben. Deshalb habe ich auch einen Showroom für Felgen, denn direkt am Auto lässt sich doch mit Musterfelgen am besten das richtige Objekt der Begierde auswählen. Meine eigene Felgenreihe ist in Vorbereitung.

Beate Tomann: Aber noch einmal an den Anfang. Wie kommen Sie eigentlich nach Buchen?

Max Stühler: Mein absoluter Wunsch war es, eine Lehre als KFZ-Mechatroniker bei BMW zu machen, deshalb habe ich im Umkreis von 100 Kilometer alle BMW Werkstätten abgeklappert und die Bewerbung abgegeben. Bei BMW Müller in Buchen-Hettingen wurde ich jedoch gleich zum Bewerbungsgespräch festgehalten. Wir wurden uns einig und so kam ich in die Region. Danach war ich in Buchen ein Jahr auf der Zentralen Gewerbeschule und habe dort das Berufskolleg in der Fachrichtung Technik besucht. Aber schon während diesem Jahr wuchs mein Kundenstamm zum Thema Folien an. Ich machte mich mit 2.000 Euro und einer angemieteten Werkstattfläche in Buchen 2011 selbständig.

Beate Tomann: Wie kam es zur neuen Werkstatt im IGO in Buchen?

Max Stühler: Mein Ziel war es, eine Kombination zu finden. Wohnen und arbeiten sollte unter einem Dach möglich sein. Als dieses Gebäude zum Verkauf stand, war ich glücklich und startete mit neuem Namen mein Geschäft erst richtig durch. „Folientechnik Buchen“ war für den Beginn ganz gut, aber um eine Marke zu werden, nicht geeignet. Nach langem Überlegen wurde dann Maxklusiv Carwork daraus. Alle sprechen sowieso nur von „… da gehst Du besser gleich zu Max“ und die Zielgruppe der Autobesitzer verschob sich in den letzten Jahren immer mehr in Richtung EXKLUSIV“. Passt also ganz gut. Ich habe sogar schon Fans, die nur den Aufkleber mit Logo haben wollen.

 

Beate Tomann: Was für Pläne und Visionen haben Sie?

Max Stühler: Gerade bin ich dabei eine textile Merchandising Serie aufzulegen. Die T-Shirts sind schon bestellt. Mein Felgen-Design ist schon besprochen und beauftragt. Außerdem plane ich hier direkt neben meinem Firmenstandort eine moderne Autowaschstation, die ein Treffpunkt für Auto-Liebhaber werden könnte. Komplettumbauten von Autos finde ich auch in Zukunft super. Es wird bald Zeit neue Mitarbeiter einzustellen. Mein Traum ist natürlich einen „Allrounder“ zu finden, der von Fahrwerk über Mechaniker-Arbeiten bis zur Rädermontage einfach richtig gut mit mir anpackt.

Beate Tomann:  Weiterhin viel Erfolg und immer tolle Kunde, die Spaß an Ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten haben.

Mehr Informationen finden Sie unter facebook Maxklusiv GmbH, 74722 Buchen oder www.maxklusiv.de. Beratung erfolgt nur nach Terminvereinbarung. Telefon: 06281 56 22 160.

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